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AG Politik/BNE/RunderTisch

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Bericht vom 2. Runden Tisch "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

von Raimond


Einladung 2. Runder Tisch

Datum: 02.11.2012

Uhrzeit: 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr

Ort: Staatskanzlei Potsdam

Hashtag: #BNE


Hintergrund zum Thema BNE

Landesaktionsplan (LAP) Bildung für nachhaltige Entwicklung

Kommentierung des LAP

Eckpunktepapier zur Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung

Handlungsoptionen für Piraten


Zusammenfassung der Veranstaltung

  • Die Eröffnungsrede der Minsterin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Anita Tack, war wenig inspirierend und sehr allgemein gehalten. Die Landesregierung will sich in ihrer Arbeit am Nachhaltigkeitsgedanken orientieren. Sie sieht Partizipation als wichtig für eine Nachhaltigkeitsstrategie an, ohne dies aber konkret auszuführen. Die Schwerpunkte lokalisiert sie bei den Themen lebenslanges Lernen, Fachkräftemangel und Biodiversität. Es sollen Mittel zur Finanzierung von Projekten in Bildungseinrichtungen eingestellt werden. Sie nennt keine Zahlen. Der Flurfunk munkelt von lediglich 200.000€.
  • Danach sprach Staatsekretär des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport Burghard Jundkamp. Er begrüsste, dass BNE sich langsam von der Umwelterziehung emanzipiert und inhaltlich breiter diskutiert wird. BNE braucht Vernetzung und Partizipation. Nachhaltigkeitsinhalte sollen stärker in der Lehrerausbildung eingebunden werden.
  • Prof. Dr. Gerhard de Haan vom Institut Futur an der FU Berlin gibt einen kurzen Abriss der Historie von BNE. Er formuliert das Ziel "Weg vom Projekt und hin zur Struktur". Er fordert nachhaltige Bildungslandschaften sowie eine stärkere individuelle Förderung der Kinder in den Schulen. Er postuliert den Konsens, dass wir eine nachhaltige Entwicklung brauchen (Wer würde sich heute noch für Raubbau an Mensch und Natur aussprechen?) und beschwört große Umwälzungen, die nötig sind, um zur wirklicher Nachhaltigkeit zu kommen. Er stellt heraus, dass im Landesaktionsplan der Gedanke an Partizipation stärker betont werden sollte und beschreibt Demokratie als Lebensform.
  • Dr. Michael Jahn, Mitglied der Steuerungsgruppe für den Landesaktionsplan Brandenburg, sagt, dass der Landesaktionplan unter Beteiligung dreier Ministerien und anderen Akteuren entwickelt wurde. Zur Zeit haben wir die Version 2.0, bei der es aber noch viele weiße Flecken gibt. Der Entwurf ist eine gute Bestandsaufnahme, aber noch zu wenig "Plan".
  • Erste Diskussionsrunde: Wie passen Nachhaltigkeit in der Bildung und klassischer Frontalunterricht zusammen? Ist hier ein weisser Fleck? Wie soll BNE in der formellen Bildung funktionieren, wenn die Lehrer überlastet sind? Stichwort: Vertretungsreserve. Wie möchte die Landesregierung zivilgesellschaftliches Engagement im Rahmen des BNE fördern? Leider keine konkreten Antworten auf diese Fragen!!
  • Danach Arbeitsgruppen. Ich war in der AG 6 "Bildungslandschaften".
  • Herr Prüfer von VENROB e.V. gibt Impulsreferat zum Thema Bildungslandschaften mit Fokus auf Landesaktionsplan.
  • Er spricht für die Entwicklung von lokalen Bildungslandschaften. Warum gehen wir mit den Schulen nicht nach draußen in die "echte" Welt? Es ist zentral das sich die Schulen für außerschulische Akteure öffnen. Verstärkte Kooperation mit Vereinen u.ä. ist in der Wissensvermittlung nötig.
  • Vernetzte Bildungslandschaften sind kommunal bedeutsam für die gesamte Entwicklung eines Ortes.
  • Es geht um einen modernen Bildungsauftrag. Es existieren heute andere Anforderungen an die Persönlichkeitsentwicklung und die sozialen Kompetenzen.
  • Es geht um mehr individuelle Förderung. Bildung hat immer einen individuellen Ausgangspunkt.
  • Bildung ist im Zeichen des demographischen Wandels ein wichtiger Standortfaktor.
  • Bildungslandschaften können aber nicht dekretiert werden. Partizipation ist der Schlüssel zum Erfolg.
  • Das Thema BNE ist bei den Akteuren in den Kommunen und Bildungseinrichtungen aber noch nicht richtig angekommen.
  • BNE muss weg von einzelnen Projekten und stärker strukturell verankert werden.
  • Es gilt stärker in Aktion zu kommen.
  • Diskussion in der AG 6:
  • Zunächst wurde noch einmal festgehalten, dass Schulen überlastet sind und mehr Personal brauchen.
  • Eine Verankerung von Nachhaltigkeitsthemen in den Rahmenlehrplänen wurde gefordert. Lehrpläne haben schon Inhalte aber nicht unter dem Dach des BNE. Einwand: Grundschulbereich steht Nachhaltigkeit nicht ausdrücklich im Lehrplan, aber BNE läuft gut. In der Sekundarstufe I steht Nachhaltigkeit im Rahmenlehrplan, aber BNE läuft gar nicht gut. Grund: Grundschulen sind eher bereit mit ausserschulischen Akteuren zusammenzuarbeiten. Lehrpläne sind insbesondere an Gymnasien überfrachtet. Eine Referentin der SPD-Fraktion sprach sich dafür aus Lehrpläne zu entschlacken. vergleiche Eberswalde Q003, Punkt 4.  :-)
  • Es gilt den Schulen und allen anderen Akteuren zu helfen sich lokal zu organisieren.
  • Was können wir tun damit Schulen und Lehrkräfte verstärkt mit dem Unterricht aus der Schule rausgehen, bzw. Akteure von außen in den Unterricht einbinden?
  • Wichtiger als Nachhaltigkeit in Rahmenlehrpläne zu schreiben ist es die pädagogische und didaktische Arbeit weiterzuentwickeln. Es geht um mehr individuelle Förderung, mehr eigenverantwortliches und selbständiges Lernen, sowie eine Stärkere Projektorientierung. Gerade auch mit Blick auf die anstehende Inklusion muss hier der Punkt deutlicher herausgearbeitet werden.
  • Michael Koch, Schulrat aus Cottbus: Es ist wichtig auf der Metaebene des Unterrichts anzusetzen, dass "wie" unterrichtet wird muss sich ändern.
  • Es kommen einen Vielzahl lokaler Beispiele.
  • Kommunen sollen sich stärker einbringen.
  • Nachdem zunächst versucht worden ist einzelne Elemente einer lokalen Bildungslandschaft zu identifizieren kommt die Gruppe überein, dass grundsätzlich alle Gruppen zu Akteuren einer lokalen Bildungslandschaft werden können. Es geht nicht nur um Kommunen, Bildungsträger, Kita`s und Schulen. Auch Freiwillige Feuerwehren, Sportvereine, Heimatvereine, Jugendeinrichtungen, Begegnungsstätten, Unternehmen, etc. können lebendiger Teil einer lokalen Bildungslandschaft werden und den Nachhaltigkeitsgedanken befördern.
  • Und wieder kommt die Frage auf: Was können wir tun um "Handlungswilligen" Steine aus dem Weg zu räumen? Leider keine konkreten Antworten.
  • Es wird festgehalten das Kita und Schule am Ende zentral sind, da sie leider oft sogar die letzte Bastion öffentlicher Infrastruktur darstellen.
  • PKR-Stellen als Möglichkeit #BNE regional zu koordinieren.
  • Am Ende taucht die Frage auf, ob Kommunen als "natürlicher" Koordinator in Frage kommen? Nein, es gilt gerade an der gesellschaftlichen Basis zu moblisieren! Wichtig ist es das ein Akteur oder eine Gruppe von Akteuren sich den Hut aufsetzt und das Thema "Lokale Bildungslandschaften" praktisch vorantreibt. Es gilt eine Anerkennungskultur für solcherlei gesellschaftliches Engagement weiterzuentwickeln.
  • AG-Ergebnisse im Plenum: Godehard Vagedes, Referatsleiter MUGV für Grundsatzfragen und zuständig für den LAP, fasst die Ergebnisse zusammen. Honig für die Teilnehmer: "Der LAP wird auf Grundlage dieser Veranstaltung fortgeschrieben." Biodiversität soll in den Landesaktionsplan aufgenommen werden. Es wird eine Zertifizierung von BNE Projekten geben. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass diese Ergebnisse schon im Vorhinein feststanden. :-)
  • Diskussion um Syncronisierung von Nachhaltigkeitsstrategie und LAP bei der weiteren Arbeit. Ja/Nein Zwei Seiten einer Medaille im Sinne von Strategie und Umsetzung oder der LAP als Input für die Nachhaltigkeitsstrategie?
  • Der Nachhaltigkeitsbegriff wird am Bild des Dreiecks grundsätzlich in Frage gestellt. Dreieck: Ökologie, Soziales und Ökonomie. Soll es ganzheitlich oder gegeneinander gedacht werden? Steuerungsgruppe und Landesregierung sind sich da selbst nicht einig.
  • Pseudodemokratische Legitimierung der Steuerungsgruppe durch das Plenum. Urplötzlich die Frage: "Soll die Steuerungsgruppe weiter arbeiten?" "Wer dafür ist bitte Klatschen." Was wären eigentlich die Alternativen? :-(
  • Abschlußrunde im Fishbowl-Format:
  • BNE ist Randthema. Verlässliche Unterstützung durch das Land, insbesondere mehr Geld für die Steuerungsgruppe wird gefordert. :-)
  • Schulen haben z.B. andere Probleme als BNE
  • Mehr Kommunikation tut Not. Langweilig!


  • Zum Abschluss ein Kracher! Dr. Martin Pohlmann, Referatsleiter MUGV, zuständig für die Nachhaltigkeitsstraegie der Landesregierung, greift seinen Kollegen Vagedes und die Steuerungsgruppe LAP öffentlich frontal an. Ihm hätte die Veranstaltung nicht gefallen, seitens der Politik (SPD-Fraktionschef) wurden klare abrechenbare Ziele gefordert, die sind aber nirgends zu sehen. Der Landesaktionsplan BNE ist in seiner derzeitigen Form ein #fail.
  • Verteidigungsversuche der Steuerungsgruppe sind schwach. Manche Ziele sind nicht abrechenbar. Andere aber schon! Es finden sich gar keine klar formulierten Ziele. In manchen Unterpunkten sind einige Ziele verklausuliert zu finden, aber nicht abrechbar formuliert.
  • Fazit: Der Landesentwicklungsplan "Bildung für Nachhaltigkeit" muss konkreter werden . . .